Am 15. Januar 2026 lud der Wangener Wirtschaftskreis zum traditionellen Neujahrsempfang in den JazzPoint Wangen ein. Rund 120 Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region folgten der Einladung und erlebten einen Abend, der sowohl inhaltlich als auch atmosphärisch überzeugte. Als Gastredner konnte der Wirtschaftskreis in diesem Jahr Urs Meier gewinnen. Der Schweizer gehörte während seiner aktiven Laufbahn zu den weltbesten Schiedsrichtern: In 27 Jahren leitete er 883 Spiele, wurde 2002 zum zweitbesten Schiedsrichter der Welt gewählt und siebenmal als Schweizer Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet. In seinem Vortrag „Du bist die Entscheidung" stellte Meier die zentralen Fragen der Entscheidungsfindung in den Mittelpunkt: Wer, wenn nicht du? Wann, wenn nicht jetzt? Diese Kardinalfragen hätten schon manchen ins Schwitzen gebracht – weil das Selbstvertrauen fehlt, die Situation zu schwierig erscheint oder der Druck hemmend wirkt.
Mit seiner dynamischen Art machte Meier den entscheidenden Unterschied zwischen Alltag und Spielfeld deutlich: das Tempo. Wenn er auf dem Platz eine Sekunde zögere, wirke er bereits unsicher. Bei zwei Sekunden sehr unsicher und bei drei Sekunden Zögern würde ihm selbst seine Ehefrau nicht mehr glauben. Diese Erkenntnis ließ sich eindrucksvoll auf unternehmerische Situationen übertragen. Meier betonte zudem die Bedeutung klarer Kommunikation: Pfeife ein Schiedsrichter, ohne eine Richtung anzugeben, habe er zwei Mannschaften, die beide den Ball wollen – und unzufriedene Zuschauer, die an seinen Entscheidungen zweifeln. Pfeifen könne jeder, ein Spiel leiten nur wenige. Diese Parallele zur Unternehmensführung war für die anwesenden Gäste unmittelbar nachvollziehbar. Die Fähigkeit zur schnellen Entscheidung sei kein natürliches Talent, sondern trainierbar, so Meiers ermutigende Botschaft. Mit Gefühl, Verstand, Erfahrung, Mut und der Treue zum eigenen Ich lasse sich die Scheu vor Entscheidungen überwinden. Das besondere Ambiente des JazzPoint bot den passenden Rahmen für den Abend. Meiers mitreißender Vortragsstil, gepaart mit Anekdoten aus seiner Karriere und feinem Schweizer Humor, fesselte das Publikum.Nach dem offiziellen Programm nutzten die Gäste ausgiebig die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Bis in die späten Abendstunden entwickelten sich angeregte Gespräche zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Wirtschaft.


