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Wangener Wirtschaft heute

Auch wenn weithin sichtbare Landmarken der frühen Industrialisierung noch mancherorts das Stadtgebiet formen, so ist das Bild der heutigen Unternehmenslandschaft in Wangen doch eher von einem mittlerweile weitgehend vollzogenen (Struktur-) Wandel geprägt. Hochkanal, Eisenbahntrasse und letzte verbliebene Schornsteine haben sich in ihrer Funktion gewandelt. Relevante wirtschaftsnahe Infrastrukturprojekte markieren heute Autobahnauffahrten, Breitbandtrassen und die Reaktivierung von Gewerbeflächen.

Der unternehmerische Bestand zeichnet sich aus, durch einen gesunden Branchenmix aus modernen Industriebetrieben, traditionsreichem Handwerk sowie vielseitige Handels- und Dienstleistungsunternehmen, die jeweils zu etwa einem Drittel die rund 10.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer in Wangen beschäftigen. Das Pendlersaldo ist dabei (mit +384) nach wie vor positiv.  Die Arbeitslosenquote gehört im Jahresdurchschnitt zu den niedrigsten in ganz Deutschland.

Markant ist die Heterogenität der insgesamt mehr als 2500 gemeldeten Gewerbe in Wangen. Die gewachsene Unternehmensvielfalt reicht vom Behälter-, Maschinen- und Fahrzeugbau über die Elektrotechnik- und Feinmechanik bis hin zur Holz-, Kunststoff-, Lebens- und Verpackungsmittelproduktion. Bezüge zur Land- und Milchwirtschaft (Primärer Sektor) lassen sich häufig aber nach wie vor, auch aus jüngeren Firmenhistorien wie z.B. im Bereich der erneuerbaren Energien, ableiten.

Die ursprüngliche Regionalität der wirtschaftlichen Bezüge ist insbesondere im Bereich der produzierenden Unternehmen dabei längst globalen Wirtschaftsverflechtungen gewichen. Wie in einer Gegenbewegung vollzieht sich parallel zur unternehmerischen Öffnung - hin zu weltweiten Einkaufs- und Absatzmärkten - auf lokaler Ebene auch eine Rückbesinnung und –verdichtung, mit dem Fokus auf vorhandene und bewährte Einheiten.

Nicht zuletzt aufgrund knapper werdender Flächenressourcen ist die angestrebte Reaktivierung der ERBA-Brache durch die Ausrichtung der Landesgartenschau Baden-Württemberg im Jahr 2024 ein selbstverständlicher Ausdruck dieser Entwicklung. Das klare Bekenntnis zu einer vorrangig zentrenorientierten Handelspolitik ein weiteres Merkmal. Der innerstädtische Handel weist nach wie vor einen hohen Anteil an inhabergeführten Geschäften aus. Eine Konstellation, mit der sich Wangen über den Städtetourismus auch Kaufkraft aus den Ballungszentren und aus dem benachbarten Ausland erschließt.

Die strategische Ausrichtung der neu geschaffenen, städtischen Wirtschaftsförderung ist demgemäß auch weniger am Bemühen um große  Unternehmensansiedlungen orientiert, als vielmehr in der erfolgreichen Begleitung von Bestandsexpansionen am angestammten Standort. Auf diese Weise konnten Arbeitsplatzverluste z.B. durch die Standortverlagerung der Firmen Dachser und bel Adler in der jüngeren Vergangenheit mehr als kompensiert werden. Die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt haben sich seit 2004 mehr als verdoppelt.

Mit der vorrangigen Entwicklung vorhandener Potenziale geht auch ein bewusstes Standortmarketing auf der Grundlage „weicher“ Standortfaktoren ein Einklang. Die hohe Lebensqualität und die erlebnisreiche Mischung aus attraktiver Stadt und intakten Naturräumen, sind  ein Mittel in der Werbung um gesuchte Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort Wangen.